Willi Rode

geb. 2. März 1938

Willi Rodes Sulkykarriere begann spektakulär, denn mit dem Riesenaußenseiter Freischärler gewann der damals bei Willi Dahmen in Gelsenkirchen beschäftigte Lehrling am 24. November 1955 auf Anhieb seine erste Fahrt zur Sensationsquote von 926:10.

Willi Rodes weiterer beruflicher Werdegang führte nach abgeschlossener Lehrzeit am 1. April 1957 zunächst in die Dienste von Erich Speckmann und 1960 an den Stall des damaligen Champion Eddy Freundt. Nach erfolgreich bestandener Trainerprüfung am 9. November 1962 dauerte es nur eine Woche bis Willi Rode den Sprung zur Selbständigkeit wagte. Es war der Grundstein zu einer äußerst erfolgreichen Sulkykarriere.

1963 konnte Willi Rode bereits auf 50 Jahressiege zurückschauen, was einen Platz unter den Top 15 der deutschen Berufsfahrer bedeutete. 1968 war Willi Rode mit 212 Jahreserfolgen erstmals Silberhelmträger. Auf den Gipfel seines Berufsstandes kletterte Willi Rode 1971, als er mit 288 Jahressiegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Eddy Freundt entthronte.

Den spannendsten Championatskampf in der Geschichte des deutschen Trabrennsports gab es 1972 zu verzeichnen. Als am 31. Dezember das alte Jahr ausgeläutet wurde, gab es mit Willi Rode und Eddy Freundt zwei Championatsträger zu feiern. Beide Professionals hatten 287 Jahressiege errungen und standen somit gemeinsam auf dem Siegerpodium.

Insgesamt erklomm Willi Rode während seiner Sulky-Karriere acht Mal einen Podestplatz und errang als Berufsfahrer 6.954 Siege. Mehr Siege sind in Deutschland nur Heinz Wewering gelungen.

Auch bei internationalen Fahrervergleichstreffen vermochte sich Willi Rode hervorragend in Szene zu setzen. 1972 errang Willi Rode hinter dem Belgier Gilbert Martens die Vize-Europameisterschaft der Berufsfahrer und 1973 gelang ihm ein ehrenvoller vierter Rang hinter Ulf Thoresen, Jan van Dooyeweerd und Gilbert Martens.

Seine einfühlsame Fahrership und ein starkes Finish machten Willi Rode zu einem begehrten Catch-Driver für fremde Ställe. So gewann Willi Rode seine ersten beiden Zuchtrennen mit Pferden fremder Ställe. 1967 steuerte er Xorsara in der Rhenania für Eddy Freundt und Boycena im Deutscher Stuten-Preis für Dieter Oppoli zum Sieg.

Seine erste Siegerparade im Deutschen Traber-Derby fuhr Willi Rode 1984 mit Stall Pakras Athos Duke. 1992 folgte Derby-Sieg Nr. 2 mit Rambo Corner für das Gestüt R.Corner. Einen dritten Derby-Sieg als Trainer verzeichnete Willi Rode 2008 durch Detlef Tappes Nu Pagadi.

Die meisten Zuchtrennensiege gelangen Willi Rode mit Franz Kleins und Franz Waffenschmidts Brendy. Zwischen 1987 und 1993 führte Willi Rode den Hengst zu 19 Siegen in hochdotierten Zuchtprüfungen. Der Schönste und Wertvollste war der Triumph im Gran Premio d’Europa 1988 in Mailand.

Willi Rodes Zuchtrennensiege

1967: Boycena: Deutscher Stuten-Preis (Recklinghausen); Xorsara: Rhenania (Mönchengladbach).

1968: Big Pride: Recklinghäuser Zweijährigen-Preis (Recklinghausen), Hoffnungs-Preis (Gelsenkirchen), Altonaer Zuchtpreis (H.-Bahrenfeld); Hymnus: 2. Vorprüfung zum Bayern-Pokal (München), Bayern-Pokal (München).

1969: Big Pride: Hansa-Preis (H.-Bahrenfeld).

1970: Vicor: Großer Preis der Stadt Gelsenkirchen (Gelsenkirchen).

1972: Kuradel: Pokal der Zweijährigen (München); Pascal: Großer Preis von Berlin (B.-Mariendorf).

1973: Beatrice II: Stuten-Pokal (Gelsenkirchen).

1975: Estrella: Hamburger Traber-Stuten-Preis (H.-Farmsen); Fire Count: Rheingold-Preis (Mönchengladbach).

1976: Firepol: Rheinischer Zukunfts-Preis (Mönchengladbach).

1977: Issly Walker: Bayerisches Zuchtrennen (Pfarrkirchen).

1978: Rheinkamper: Großer Preis von Hamburg (H.-Bahrenfeld).

1979: So Gay: Hamburger Traber-Stuten-Preis (H.-Bahrenfeld).

1980: Sabinette: Hamburger Traber-Stuten-Preis (Hamburg).

1981: Barton: Westdeutscher Jugend-Preis (Gelsenkirchen); Esbartero: Robert Großmann-Erinnerungsrennen (B.-Mariendorf), Münchner Pokal (München); Ibizenco: Rheinischer Zukunfts-Preis (Mönchengladbach); Isenburger: Dinslakener Fünfjährigen-Preis (Dinslaken).

1982: Barton: Großer Preis der NRZ (Dinslaken).

1983: Barton: Großer Preis von Ruhleben (B.-Mariendorf).

1984: Athos Duke: Deutsches Traber-Derby (B.-Mariendorf); Holsatia: Westdeutscher Jugend-Preis (Gelsenkirchen), Dinslakener Zweijährigen-Preis (Dinslaken).

1987: Brendy: Adbell Toddington-Rennen (B.-Mariendorf), Buddenbrock-Rennen (B.-Mariendorf).

1988: Brendy: Gran Premio d’Europa (Mailand), Großer Preis von Ruhleben (B.-Mariendorf), Preis der Stadt Pfaffenhofen (Pfaffenhofen), Criterium der Vierjährigen (München).

1989: Barbados: Bernhard Frahm-Rennen (Hamburg); Brendy: Preis der Spielbank Hamburg (Hamburg).

1990: Grand Cash: Niersia-Pokal (Mönchengladbach); Ubongo: Preis der Spielbank Hamburg (Hamburtg).

1991: Brendy: Championship von Bahrenfeld (Hamburg), Großer Preis von München (München), Gladiatoren-Rennen (Hamburg), Matadoren-Rennen (B.-Mariendorf), Charlie Mills-Memorial (B.-Mariendorf), Deutsches Traberchampionat (München), Goldenes Pferd (Dinslaken); Cecilia: Arthur Knauer-Rennen (B.-Mariendorf); Clodie Corner: Preis der Stadt Elmshorn (Elmshorn).

1992: Brendy: Bild-Pokal (Gelsenkirchen), Münchner Pokal (München), Deutschland-Pokal (Hamburg); Odabella: Deutscher Stuten-Preis (Recklinghausen); Rambo Corner: Bernhard Frahm-Rennen (Hamburg), Deutsches Traber-Derby (B.-Mariendorf), Krone der Dreijährigen (Hamburg); Simone Way: Adbell Toddington-Rennen (B.-Mariendorf).

1993: Brendy: Gladiatoren-Rennen (Hamburg), Sprinter-Pokal (Gelsenkirchen); Rambo Corner: A+M-Pokal (Gelsenkirchen), Preis der Stadt Pfaffenhofen (Pfaffenhofen), Criterium der Vierjährigen (München), Großer Preis von Deutschland (Gelsenkirchen); Tinto Corner: Walter Heitmann-Cup (Hamburg).

1995: Ovata: Rheinischer Stuten-Preis (Mönchengladbach).

1996: Intoandoutof: Pit Pan-Rennen (Hamburg).

1998: Allison Hollow: Greyhound-Rennen (Mönchengladbach); Howards End: Championship von Bahrenfeld (Hamburg).

2000: Jasja: Bernhard Frahm-Rennen (Hamburg).

2004: Japa’s Dream: Dinslakener Vierjährigen-Preis (Dinslaken).