Hans-Werner Brammann
mit Hans-Werner Brammann findet eine Persönlichkeit Aufnahme in der Hall of Fame des deutschen Trabrennsports, dessen Name untrennbar mit der Geschichte des deutschen Trabers verbunden ist.
Hans-Werner Brammann hat in über sechs Jahrzehnten seine Spuren als Sportler, Unternehmer, Trainer, Züchter und Besitzer hinterlassen. Sein Lebenswerk vereint Disziplin, Weitblick und eine tiefe Verbundenheit zu den Trabern – Tugenden, die in der Hall of Fame stets ihren Platz finden.
Geboren am 8. Januar 1925, wuchs Hans-Werner Brammann im schleswig-holsteinischen Elmshorn auf und stand dem Trabrennsport bereits als Dreijähriger nahe, als sein Vater seinen ersten Traber, Boy von Lurup, erwarb. In jungen Jahren bewies er sein sportliches Talent als erfolgreicher Zehnkämpfer und wurde in die Olympiaauswahl für die Spiele von 1944 berufen. Auch wenn der Krieg seine olympischen Träume platzen ließ, prägten ihn Disziplin und Vielseitigkeit ein Leben lang.
In den 1950er Jahren gründete er mit unternehmerischem Mut und Tatkraft ein Fuhrunternehmen für Heu und Stroh. Nach einem Herzinfarkt im Jahr 1965 verkaufte er das Unternehmen, um sich komplett seiner wahren Leidenschaft zu widmen: dem Training und der Ausbildung eigener Traber. Anfangs war er noch selbst als Amateurfahrer am Start, doch bald prägte seine Erkenntnis „Wenn man Geld verdienen will, muss man nicht selbst fahren!“ seine Strategie. Er verpflichtete Spitzenfahrer wie Walter Heitmann, Johannes Frömmimg , Kurt Hörmann, Willi Rode, Heinz Wewering, Henning Rathjen, Harri Rölle oder auch Heini Losse, die eine Fülle von bedeutenden Siegen für ihn einfuhren.
1968 erwarb H.W.Brammann den Hof in Sparrieshoop und baute ihn zum Gestüt Corner aus. Bereits früh sorgten Traber wie Onkel Wilhelm, Elfenjäger, Erdkugel, Angel, Baldur, Gasco und Glori für Zuchtrennensiege. 1974 setzte er dem Ganzen die Krone auf, als er selbst den legendären Corner züchtete – den verhinder¬ten Derbysieger, dessen Talent und Präsenz ihn zu einer Ikone des deutschen Trabrennsports machten.
Anfang der 1970er Jahre erweiterte er seinen Wirkungskreis nach Recklinghausen, bezog dort das Hotel Wüller und arbeitete seine Pferde dort bei Trainer Harri Rölle, mit dem er weitere Zuchtrennenerfolge, etwa mit Glori, errang. Auch international blieb sein Erfolg nicht aus: Mit Meadow Matt und Kurt Hörmann feierte er in den Jahren 1979 und 1980 bedeutende Siege in Paris und Cannes
Mit seiner zweiten Gattin, Rosita Brammann geb. Hörmann an seiner Seite, wurde das Gestüt Corner zu einer Topadresse im deutschen und internationalen Trabrennsport weiterentwickelt.
Seine Expertise und sein Gespür wirkten sich später wiederum auf zwei Derbysieger aus: Volo Pride (1983) und Rambo Corner (1992), beide im Familienbesitz oder auch selbst gezüchtet, verdankten ihre Topform maßgeblich der Obhut und dem Training durch Hans-Werner Brammann. Für seine Verdienste um den Trabrennsport wurde ihm 2003 die Verdienstmedaille in Silber des Hauptverbandes für Traberzucht und Rennen e.V. verliehen.
Was Hans-Werner Brammann so außergewöhnlich machte, war nicht nur sein Fachwissen, sondern sein Wesen: stets bescheiden im Auftreten, ruhig in der Ausstrahlung und dennoch bestimmend in seinen Entscheidungen. Freundlich und uneigennützig half er, wo er konnte, immer geradlinig und ohne erkennbare Schwächen. Sein feines Gespür für Pferd und Mensch sowie seine strategische Klugheit machten ihn zu einer stillen Autorität, die den Sport über Jahrzehnte prägte.
Am 5. April 2017 endete dieses außergewöhnliche Leben für die Traber, seine Kraft war aufgebraucht!