Matadoren-Rennen

Das Matadoren-Rennen war einst das Treffen der europäischen Traberelite. Es symbolisiert wie kaum eine andere Traberprüfung den Aufstieg und die Blüte des deutschen Trabrennsports. Bis einschließlich 1961 wurde das Matadoren-Rennen als Stichfahren 2:3 über die Meile ausgetragen.

Der Ursprung des Matadoren-Rennens geht bis in die Anfänge des deutschen Trabrennsports zurück, als 1888 der Berliner Trabrennverein Weißensee erstmalig ein Matadoren-Rennen ausschrieb. Nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf wurde die Matadoren-Prüfung nach dem 1. Weltkrieg zu neuem Leben erweckt.

Das Matadoren-Rennen war einst das Treffen der europäischen Traberelite. Es symbolisiert wie kaum eine andere Traberprüfung den Aufstieg und die Blüte des deutschen Trabrennsports. Bis einschließlich 1961 wurde das Matadoren-Rennen als Stichfahren 2:3 über die Meile ausgetragen.

Der Ursprung des Matadoren-Rennens geht bis in die Anfänge des deutschen Trabrennsports zurück, als 1888 der Berliner Trabrennverein Weißensee erstmalig ein Matadoren-Rennen ausschrieb. Nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf wurde die Matadoren-Prüfung nach dem 1. Weltkrieg zu neuem Leben erweckt.

Nach dem 2. Weltkrieg, bedingt durch die politische Isolation Berlins, konnte das Matadoren-Rennen nicht wieder an seine einstige Bedeutung anknüpfen. Mittlerweile waren kontinental weitere Superprüfungen ins Leben gerufen worden, mit denen in preislicher Hinsicht nicht zu konkurrieren war.

 

Guy Bacon (1927, 1928, 1929), Walter Dear (1931, 1932, 1933) und Permit (1950, 1951, 1952) vermochten sich je dreimal in der Siegerliste zu verewigen. Hans Klemp schrieb im STARTER:

„Beginnen wir mit Guy Bacon, der als erster in drei aufeinanderfolgenden Jahren Matadoren-Sieger wurde. Dieser unverwüstliche Raufer war ein Phänomen besonderer Art. Es war imponierend, was dieser Hengst vollbracht hat, denn er gewann gegen die schwerste Gegnerschaft Europas, obwohl er in diesen Jahren bereits als Beschäler wirkte. So hatte er 1929, im Jahre seines letzten Matadoren-Sieges, annähernd 40 Stuten gedeckt und war erst wenige Wochen zuvor in den Rennstall zurückgekehrt. Wohl ging das 1. Stechen an Peter Speedway, aber die folgenden konnte Guy Bacon nach einem nervenaufpeitschenden Finish für sich entscheiden und damit Gesamtsieger werden. Seine beste Matadoren-Zeit hatte der Hengst im voraufgegangenen Jahr mit 1:18,6 erzielt. Er gewann hier in zwei geraden Stechen gegen Harrison Dillon und Peter Speedway. Leider waren von Guy Bacon in Deutschlands Traberzucht nur vier volle Jahrgänge vorhanden, denn der Hengst wurde nach Ungarn verkauft, wo er 1931 viel zu früh einging. Er hatte vor allem einen überragenden Stuten-Nachwuchs. Von ihm stammt u.a. die Derbysiegerin Adria. Die Fortführung seiner männlichen Linie war vor allem Champus und Prolog vorbehalten.“

„Im Jahre 1931 nahm der Siegeszug von Walter Dear seinen Anfang. Es war ein Wunder, dass dieser Hengst überhaupt für den deutschen Trabersport gewonnen worden war. Im Winter 1929 hatten die Herren Bruno Cassirer und Arthur Brümmer den Entschluss gefasst, gemeinsam einen Traber von Weltklasse zu erwerben. Hierbei kam damals nur Amerika in Betracht. Die Depeschen wanderten hin und her, aber trotz für deutsche Begriffe sagenhafter Angebote konnten für Hazleton und Volomite, die zunächst für einen Ankauf ins Auge gefasst wurden, keine Abschlüsse zustande kommen. Es gab in Amerika zu jener Zeit nur ein Pferd, das den vorgenannten ebenbürtig sein musste: der als Dreijähriger ungeschlagene Hambletoniansieger Walter Dear. Obwohl man annehmen musste, dass dieser nicht käuflich war, entschloss sich Charlie Mills doch, seinen Freund Walter Cox mit einer diesbezüglichen Anfrage beim Besitzer von Walter Dear zu beauftragen. Die Antwort war klipp und klar, sie lautete auf eine Forderung von 25.000 Dollar, zu damaliger Zeit ein außergewöhnlich hoher Preis. Schnell entschlossen erteilten die Herren Cassirer und Brümmer ihr Einverständnis. Das war ein Glück für sie, denn schon wenige Tage später bereute der Walter Dear-Besitzer, dass er den Hengst verkauft hatte und war bereit, eine verhältnismäßig hohe Abstandssumme zu zahlen. Aber er war an sein Angebot gebunden und so kam einer der glücklichsten Ankäufe zustande, die im Trabrennsport bekannt wurden.“

„In Europa galt dann Walter Dear bald für unschlagbar. So konnte es nicht verwundern, dass selbst Besitzer erstklassiger Traber sich keine Chance im Matadoren-Rennen 1931 ausrechnen konnten. Nur ein kleines Feld von vier Gegnern trat gegen den Hengst an, unter ihnen der inzwischen in italienischen Besitz übergegangene Hazleton. Dieser war es auch, der Walter Dear einen heroischen Kampf lieferte. Die Auseinandersetzung der beiden konnten die übrigen Pferde nur aus der Ferne beobachten. Zwei ebenbürtige Klassehengste stritten verbissen um den Sieg. Mit Kopfvorsprung gewann Walter Dear das 1. Stechen in Europabestzeit von 1:18,2. Der zweite Durchgang endete mit einem toten Rennen und damit war die Entscheidung gefallen. Im folgenden Jahr gewann Walter Dear mit derart haushoher Überlegenheit, dass die Veranstalter nicht ganz zu Unrecht fürchten mussten, dass mangels geeigneter Gegner das Rennen 1933 ins Wasser fallen würde.“

„Man wusste sich nicht anders zu helfen, als nunmehr in die Ausschreibung die Klausel hineinzubringen, dass Matadoren-Sieger 20 m Zulagen aufzunehmen haben. Diese Sonderzulage war ganz unzweifelhaft nur gegen Walter Dear gerichtet. Wie recht man aber mit der Annahme hatte, dass das Rennen im anderen Falle ein glattes Fiasko geworden wäre, sollte sich noch zeigen. Traditionsgemäß fand sich wieder die beste kontinentale Klasse am Start ein, zu der sich noch die schnellen Inländer David und Tizian gesellten. Der Ausgang des 1. Stechens, das Walter Dear erst nach Kampf mit einem Kopf gegen David gewann, schien alle Möglichkeiten offen zu lassen. Aber alle diesbezüglichen Erwägungen wurden schon im 2. Stechen über den Haufen geworfen. In der neuen europäischen Rekordzeit von 1:17,2 schlug Walter Dear seine Gegner überlegen mit 2 ½ Längen und hatte damit zum dritten Mal das Matadoren-Rennen in zwei geraden Stechen gewonnen.“

„Nehmen wir einen Szenenwechsel in die Nachkriegszeit vor, kommen wir zu Permit, dem dritten Ausnahmepferd in der Matadoren-Geschichte. Sein dreifacher Erfolg in diesem Rennen ist in der Erinnerung noch unverblasst. 1950 hatte er es noch verhältnismäßig leicht. Er traf nur auf inländische Gegner unter gleichen Bedingungen und siegte überlegen in 1:19,6 und 1:18,5 gegen Stüermann, während sich Coronia und Bammeline in der Endplatzierung den dritten Platz teilten. Im Jahre darauf musste Permit 20 m Zulagen aufnehmen, entledigte sich aber der ihm gestellten Aufgabe doch mit großer Zuverlässigkeit. Zwar verlor er das 1. Stechen an Liszt, der den Franzosen Christiana bezwang, aber durch einen Sulkydefekt war Permit hinreichend entschuldigt. Die beiden nächsten Stechen holte er sich in 1:18,3 und 1:18,6. Leichter als angenommen erkämpfte sich Permit auch seinen dritten Matadoren-Erfolg. Mit dem frisch importierten Tompkins Hanover startete er von der Marke 1639 m, hatte also mit diesem eine Vorgabe von 30 Meter zu leisten. Diese Distanzfestsetzung resultierte aus dem Modus einer 15 m Zulage für jeden Matadoren-Sieg. Es war eine Ausschreibung, die von Permit eine gehörige Leistungssteigerung verlangte. Er zeigte sich dann aber dieser Anforderung gewachsen und offenbarte seine große Klasse mit dem Erfolg in zwei geraden Stechen in 1:17,6 und 1:17,9.“

Jahr
Sieger
Alter / Geschl.
Dotation
Zeit
Distanz
Fahrer
1919
Magowan (US)
9 H
 
1:26,5
1650
Robert Großmann
1920
Black Jim (US)
10 H
 
1:24,0
1630
Hermann Schleusener
1921
Orda (AT)
6 S
 
1:26,3
1820
R. Geenens
1922
Edeltochter
5 S
 
1:23,8
1590
Lorenz Weiß
1923
Johannes
5 H
 
1:22,5
1590
Georg Kaupper
1924
Lord Ellerslie (US)
4 H
 
1:22,0
1600
Robert Großmann
1925
Alland (JU)
7 S
 
1:23,1
1660
Charlie Mills
1926
Peter Speedway (US)
4 H
 
1:20,2
1629
Eugen Treuherz sen
1927
Guy Bacon (US)
7 H
 
1:20,1
1629
Charlie Mills
1928
Guy Bacon (US)
8 H
 
1:18,6
1629
Charlie Mills
1929
Guy Bacon (US)
9 H
 
1:19,2
1629
Charlie Mills
1930
Lucullus
9 H
 
1:19,6
1609
Romolo Ossani
1931
Walter Dear (US)
5 H
 
1:18,2
1629
Charlie Mills
1932
Walter Dear (US)
6 H
 
1:18,7
1629
Charlie Mills
1933
Walter Dear (US)
7 H
 
1:17,2
1649
Charlie Mills
1934
Xiphias
4 H
 
1:18,6
1609
Christian Pütz
1935
Muscletone (US)
4 H
 
1:16,9
1629
Alexander Finn
1936
Xiphias
6 H
 
1:19,2
1629
Johannes Frömming
1937
Probst
5 H
 
1:17,4
1609
Charlie Mills
1938
Tara (US)
7 S
 
1:17,5
1629
Ugo Bottoni
1939
McLin Hanover (US)
4 H
 
1:17,0
1649
Alexander Finn
1940
Probst
3 H
 
1:19,5
1629
Charlie Mills
1941
Epilog
7 H
 
1:19,9
1609
Walter Heitmann
1942
Messidor (FR)
8 H
 
1:18,8
1629
Charlie Mills
1943
Iltis
4 H
 
1:19,3
1609
Johannes Frömming
1944
Alwa
6 S
 
1:21,1
1609
Johannes Frömming
1946
Kampfflieger
5 H
 
1:31,8
1629
Johannes Frömming
1947
Purzel
7 H
 
1:22,3
1609
Johannes Frömming
1948
Miramus
5 H
 
1:22,7
1629
Johannes Frömming
1950
Permit
5 H
12.500 DM
1:18,5
1609
Walter Heitmann
1951
Permit
6 H
20.000 DM
1:18,3
1629
Walter Heitmann
1952
Permit
7 H
20.000 DM
1:17,6
1639
Walter Heitmann
1953
Dietlinde
6 S
18.000 DM
1:18,9
1609
Johnny Mills
1954
Ejadon
7 H
20.000 DM
1:20,0
1609
Johannes Frömming
1955
Scotch Harbor (US)
6 H
20.000 DM
1:18,1
1634
Johannes Frömming
1956
Horrido
7 H
20.000 DM
1:21,1
1609
Kurt Hörmann
1957
Gelinotte (FR)
7 S
35.000 DM
1:17,3
1659
Charlie Mills
1958
Sportsmann
6 H
30.000 DM
1:20,3
1609
Gerhard Krüger
1959
Prince Lad (SE)
7 H
30.000 DM
1:17,3
1634
Sören Nordin
1960
Hairos II (FR)
9 H
50.000 DM
1:16,9
1649
Willem Geersen
1961
Asta
7 S
25.000 DM
1:20,1
1609
Eddy Freundt
1962
Eidelstedter
6 H
30.000 DM
1:19,7
1629
Johannes Frömming
1963
O Volo (FR)
5 S
15.000 DM
1:18,8
1609
Gerhard Krüger
1964
Pick Wick (FR)
5 H
20.000 DM
1:18,4
1609
Gerhard Krüger
1965
Gerrol
6 H
50.000 DM
1:18,5
2000
Johannes Frömming
1967
Dashing Rodney (US)
6 H
75.000 DM
1:17,7
2020
Gerhard Krüger
1968
Simmerl
8 H
65.000 DM
1:17,9
2000
Rolf Luff
1969
Kentucky Fibber (SE)
7 H
75.000 DM
1:17,6
2020
Knut Lindblom
1970
Eileen Eden (US)
7 S
100.000 DM
1:15,9
1629
Johannes Frömming
1975
Robbyno
8 H
110.000 DM
1:17,9
1609
Helmut Biendl
1976
Dimitria (FR)
7 S
60.000 DM
1:18,3
1629
Leopold Verroken
1978
Duke Iran (SE)
8 H
80.000 DM
1:16,1
1629
Stig Johansson
1980
Skipper
5 H
50.000 DM
1:19,7
1609
Peter Kwiet
1981
Babesia
5 S
60.000 DM
1:16,6
1609
Heinz Wewering
1982
Keystone Patriot (US)
6 H
60.000 DM
1:14,2
1609
Veijo Heiskanen
1987
Super Play (US)
8 H
50.000 DM
1:14,8
1900
Tommy Magnusson
1988
Napoletano (US)
4 H
100.000 DM
1:14,6
1900
Stig Johansson
1989
Blue Rage (US)
7 H
100.000 DM
1:14,1
1900
Ben Orre
1991
Brendy
7 H
100.000 DM
1:13,5
1900
Willi Rode
1992
Ideal
5 H
105.000 DM
1:13,6
1900
Hans-Joachim Tipke
1994
Sea Cove (US)
8 H
100.000 DM
1:14,1
1900
Jos Verbeeck
1999
General November
6 H
200.000 DM
1:12,1*
1900
Thomas Panschow
2000
April Victory
7 H
160.000 DM
1:12,8
1900
Michael Schmid
2001
Mayon Bowl
8 H
150.000 DM
1:14,8
1900
Gerhard Biendl
2013
Amour d'Occagnes (NL)
6 H
100.000 Euro
1:14,5
1900
Christophe Martens

*Rennrekord

1946 in Berlin-Karlshorst gelaufen

Die siegreichsten Fahrer

Johannes Frömming
11 Siege   (Xiphias, Iltis, Alwa, Kampfflieger, Purzel, Miramus, Ejadon, Scotch Harbor, Eidelstedter, Gerrol, Eileen Eden)
Charlie Mills
11 Siege   (Alland, Guy Bacon 3x, Walter Dear 3x, Probst 2x, Messidor, Gelinotte)
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