Schwarze Arabeske

Rapp-Stute v. True Boy – Schwarze Rose

gez. 1971 v. Rosita Hörmann, eingegangen 2000

Rekord: 4j. 1:20,1 – Gewinne: 51.896 Euro

Zu den erfolgreichsten Zuchtstuten der deutschen Traberzucht zählt die 1971 von Rosita Hörmann gezogene Rapp-Stute Schwarze Arabeske. Bevor wir die Zuchtleistung dieser außergewöhnlichen Stute würdigen, soll darauf hingewiesen werden, dass die True Boy-Tochter auch als Rennpferd zu den Besten ihres Jahrgangs zählte.

Am 29. Juli 1973 wurde in Hamburg-Farmsen das erste Zweijährigen-Rennen der Saison entschieden. Am Start waren sechs Pferde, davon vier aus dem Quartier des Stalles Gudrun Bruhn, trainiert von Kurt Hörmann, und jeweils einer aus dem Gestüt Lasbek bzw. dem Stall Kurier. Kurt Hörmann hatte die Fahrt hinter Schwarze Arabeske Johannes Frömming überlassen. Wir zitieren den STARTER:

„Sehr gute Leistungen bekam man im ersten Zweijährigen-Rennen 1973 zu sehen. Die sechs Pferde hatten sich mit guten Zeiten qualifiziert, die vier erstplatzierten Pferde überboten die Zeiten erheblich. Aus dem Stall G. Bruhn erwies sich die Hans Frömming anvertraute Schwarze Arabeske als die stärkste Waffe. Von Startplatz eins übernahm die True Boy-Tochter die Führung, die sie sich durch den angreifenden On Top nicht streitig machen ließ. Dichtauf folgten Topstar – Chersterfield vor Chefin und Eiwer. Im Schlussbogen nahm Peter Heitmann Topstar nach außen und führte ihn zum Angriff auf Schwarze Arabeske und On Top. Aus diesem Terzett gab sich On Top in Höhe der 2. Tribüne geschlagen. Schwarze Arabeske ließ sich durch Topstar den Sieg nicht nehmen.“

Erwähnenswert sind auch die beiden letzten Rennen von Schwarze Arabeske im Jahr 1973. Am 28. Oktober stand das Groscurth-Rennen in Berlin-Mariendorf im Mittelpunkt der Tageskarte, ein Standardrennen für zweijährige Pferde mit einer Startsumme bis 50.000 DM und ohne Zuchtrennensieg. Auch hier zitieren wir den STARTER:

„Anfangs führte Horstina vor Sinade, Rodney Girl, Katje und Schwarze Arabeske. Auf der Gegengeraden forcierte Kurt Hörmann die Pace mit Schwarze Arabeske und in der Zielgeraden stand ihr Sieg fest. Die True Boy-Tochter musste aber bis ins Ziel gut in Schwung gehalten werden, denn an der offenen Innenbahn entwickelte Hohe Rod starken Speed und gab sich nur mit halber Länge geschlagen.“

Ein weiteres Standardrennen sicherte sich Schwarze Arabeske am 18. November in Hamburg-Farmsen mit dem Hinrich-Heitmann-Rennen. „60 Meter Zulagen hinderten Schwarze Arabeske nicht am Sieg,“ titulierte der STARTER und schrieb weiter: „An der Spitze trabte anfangs die Debütantin Reika vor Madriane, dann Madriane vor Reika. Etwa 20 Meter zurück Stefanie vor O’Sally, Schwarze Arabeske und Hohe Rod, die zögernd eingetreten war. Schwarze Arabeske ging auf der Gegengeraden weiter nach vorn und hatte im Einlauf nur noch Madriane vor sich. Diese leistete tapferen Widerstand und gab sich erst 50 Meter vorm Ziel geschlagen. Schwarze Arabeske, die Peter Heitmann mit guter Einteilung über die Strecke gebracht hatte, hatte auf dem mittelschweren Geläuf die km-Zeit von 1:26,3 erzielt. Sie sollte auch in den großen Dreijährigen-Rennen 1974 zu einer ersten Rolle berufen sein.“

Möglicherweise die drei besten Rennen ihrer Karriere zeigte Schwarze Arabeske im Juli und August 1974 vor dem Deutschen Traber-Derby. Im Buddenbrock-Rennen in Berlin-Mariendorf profitierte die Stute von einer klugen Fahrt Kurt Hörmanns und belegte hinter dem 12:10-Favoriten Alsterhof einen zweiten Platz, der mit 20.000 DM honoriert wurde. Es war der höchste Gewinn in der gesamten Karriere der Stute.

Im Arthur Knauer-Rennen ermittelte die Stuten-Elite des 71er Jahrgangs ihre Königin. „Nach dem Start setzte sich die mit Peter Kwiet aufgebotene Eglantine an die Spitze. Erwin Schmalenberg sicherte sich mit der Favoritin Franzi die zweite Position vor Goldige. Bis zur Zielgeraden behauptete sich Eglantine in Front. Als E. Schmalenberg Franzi den Kopf freigab, war sofort alles für die Errol-Tochter entschieden. In der km-Zeit von 1:22,6 verwies Franzi die stark endende Schwarze Arabeske, Estrella, Faria und Katje auf die Plätze.“ Noch einmal glänzte Schwarze Arabeske im Hamburger Dreijährigen-Preis, wo die Stute erneut nur die Überlegenheit des späteren Derby-Siegers Alsterhof anerkennen musste.

Noch zwei weitere Jahre verblieb Schwarze Arabeske im Rennbetrieb, die jedoch auf Grund einer Verletzung und ihrer hohen Gewinnsumme von nahezu 100.000 DM wenig von Erfolg gekrönt waren. 1977 verkaufte Frau Gudrun Bruhn die Rappstute an Kurt Hörmann, für dessen Zucht Schwarze Arabeske 1978 die ungeprüfte Schwarze Saga v. Keystone Hilliard und 1979 den Keystone Steward-Sohn Schwarzer Steward brachte. Schwarzer Steward 1:15,5 – 133.818 Euro wurde für die Farben des Stalles Lugewa zu einem Publikumsmagnet in Hamburg. 26 Siege in Folge waren ausschlaggebend dafür, dass der Wallach dreimal zum „Norddeutschen Traber des Jahres“ gewählt wurde.

1980 gelangte Schwarze Arabeske nach Bünzen, wo sie für die Zucht von Dirk und Volker Frahm zu einem Zuchtjuwel wurde. Die 1984 geborene Haniwa 1:17,1 – 81.700 Euro, eine Tochter des Brammann-Trabers Corner, gewann 1986 den Bayerischen Jugend-Preis und galt zeitweilig als Spitzenstute ihres Jahrgangs. Noch erfolgreicher war die 1985 geborene Irisante 1:14,7 – 268.749 Euro, die Keystone Voyager zum Vater hatte. Die Stute gewann 1987 den Jugend-Preis und ein Jahr später einen Derby-Vorlauf.

Die Krönung der Zuchtproduktion von Schwarze Arabeske bildete der 1992 geborene Niton-Sohn Pik König 1:12,1 – 890.383 Euro, der für den Stall November neun klassische Zuchtrennen gewann. Darunter das Deutsche Traber-Derby, den Gold-Pokal und das Deutsche Traber-St. Leger. Sogar im Ausland war Pik König erfolgreich. In Italien gewann der Rappe zweijährig das Gran Criterium in Mailand und vierjährig den Gran Premio Tino Triossi in Rom. Hervorzuheben ist auch Pik Königs zweiter Platz im Europa-Championat der Fünfjährigen. Insgesamt gewannen die Nachkommen der Schwarze Arabeske die beachtliche Summe von 1.471.642 Euro.

Von den zahlreichen Töchtern der Schwarze Arabeske ist insbesondere die 1987 geborene Spice Island-Tochter Krönung zu erwähnen. Ihr Sohn Vamos siegte 2008 in den USA in 1:10,0 und gewann in Skandinavien mehr als 200.000 Euro. Schwarze Saga brachte nur einen einzigen Nachkommen, den gutklassigen Enorm 1:14,2 – 140.784 Euro, während die 1988 geborene Lilli Marlen v. Spice Island den Zuchtrennensieger Que Paso 1:13,1 – 80.352 Euro als besten Nachkommen ausweist.

Die Wurzeln dieses Zuchtstamms liegen bei der 1925 in den USA geborenen Sweet Echo v. Guy Axworthy. Sie war eine exzellente Rennstute, die mit Walter Heitmann im Sulky in Deutschland einen Rekord von 1:19,8 erzielte und Mutter der Zuchtrennensiegerin Kamerun wurde.

Rennkarriere

Datum Rang Zeit Distanz Ort Gewinnne Fahrer Platzierung
29.07.1973   1. 1:27,5 1400 A H.-Farmsen        1.600 DM J. Frömming Schwarze Arabeske – Topstar – On Top
19.08.1973   7. 1:25,1 1400 A B.-Mariendorf - G. Heydler Rodney Girl – James Bond – Katje
29.08.1973   1. 1:24,7 1420 B B.-Mariendorf        2.300 DM K. Hörmann Schwarze Arabeske – Telestar  - Hicimann
05.09.1973   1. 1:22,4 1460 B B.-Mariendorf        2.300 DM K. Hörmann Schwarze Arabeske – Hicimann – Taube
09.09.1973   4. 1:22,4 1400 A B.-Mariendorf        5.000 DM K. Hörmann Eglantine – Telestar – Rodney Girl
23.09.1973   6. 1:21,5 1510 A H.-Farmsen        2.000 DM K. Hörmann Alsterhof – Telestar – Eglantine (Altonaer Zuchtpreis
28.10.1973   1. 1:22,8 1400 A B.-Mariendorf      10.000 DM K. Hörmann Schwarze Arabeske – Hohe Rod – Rodney Girl
18.11.1973   1. 1:26,3 1669 B H.-Farmsen      15.000 DM P. Heitmann Schwarze Arabeske – Madriane – O’Sally
28.04.1974   4. 1:25,0 2100 A H.-Bahrenfeld           400 DM K. Hörmann Fantast – Tirana III – Tres belle
07.05.1974   1. 1:22,4 2160 A H.-Bahrenfeld        2.500 DM K. Hörmann Schwarze Arabeske – Fantast – Profi
19.05.1974   5. 1:22,0 2100 A H.-Bahrenfeld - K. Hörmann Rio negro – Tres belle – Prachtmädel
04.06.1974   5. 1:26,0 2100 A Pfarrkirchen        4.000 DM K. Hörmann Franzi – Salo – Esgil
23.06.1974   3. 1:21,1 2100 A H.-Bahrenfeld           600 DM K. Hörmann Elixier / Barberina – Schwarze Arabeske
14.07.1974   6. 1:21,8 2600 A Recklinghausen - K. Hörmann Alsterhof – Telestar – On Top
28.07.1974   2. 1:23,3 2600 A B.-Mariendorf      20.000 DM K. Hörmann Alsterhof – Schwarze Arabeske – Estrella
11.08.1974   2. 1:23,0 2500 A B.-Mariendorf      10.000 DM K. Hörmann Franzi – Schwarze Arabeske – Estrella
18.08.1974   2. 1:22,8 2600 A H.-Farmsen      10.000 DM K. Hörmann Alsterhof – Schwarze Arabeske – Onesti
08.09.1974 12. 1:26,1 3200 A B.-Mariendorf - K. Hörmann Alsterhof – Salo – Faria
08.05.1975   2. 1:23,1 2480 B B.-Mariendorf        2.400 DM K. Hörmann Chic Trevéen – Schwarze Arabeske – Nap
15.06.1975 angeh.   2620 B H.-Farmsen - K. Hörmann Estrella – Goldige – Fabia
22.06.1975   2. 1:21,9 2020 B H.-Farmsen        1.400 DM K. Hörmann Burgtreue – Schwarze Arabeske – Senator III
04.07.1975   5. 1:20,8 2000 A H.-Farmsen        4.000 DM K. Hörmann Salo – Estrella – On Top
20.07.1975   9. 1:24,4 2620 B H.-Farmsen - K. Hörmann On Top – Mendocino – Agami
07.08.1975   5. 1:21,7 2040 B H.-Farmsen           400 DM K. Hörmann Burgtreue – Cabaletta – Zimba
10.08.1975   7. 1:20,1 1640 B H.-Farmsen - Chr. Petersen Cabaletta – Zimba – Burgtreue
31.08.1975 dis.b.   2040 B H.-Farmsen - Chr. Petersen Ernibelle Retlow – Fabia – Flugmar
21.09.1975   5. 1:22,0 1644 B B.-Mariendorf        1.200 DM  
14.12.1975 dis.b.   2000 B H.-Farmsen - K. Hörmann Byron – Allererster – Acar P
21.12.1975 dis.b.   2500 B H.-Farmsen - K. Hörmann Piruschka – Erwin – Costa Bella
28.12.1975   4. 1:23,4 2020 B H.-Farmsen           500 DM K. Hörmann Trivin – Sphinerkern – Honor
04.01.1976   6. 1:24,6 2060 B H.-Farmsen - K. Hörmann Piruschka – Trivin – Esparando
08.01.1976   4. 1:24,5 1980 B H.-Farmsen           400 DM K. Hörmann Neuling II – Beau – Reza
15.01.1976   3. 1:23,4 2100 B H.-Farmsen           700 DM K. Hörmann Neuling II – Steppke – Schwarze Arabeske
08.02.1976   7. 1:22,5 2000 B H.-Farmsen - K. Hörmann Neuling II – Sphinerkern – Beau
22.02.1976   2. 1:27,0 2020 B H.-Farmsen        1.100 DM K. Hörmann Sphinerkern – Schwarze Arabeske – Flugmar
05.06.1976 dis.b.   1600 A H.-Bahrenfeld - K. Hörmann Fluff Hanover –Estrella – Burgwind
13.06.1976 dis.b.   2620 B H.-Bahrenfeld - K. Hörmann Jonathan – Baladeur II – Fantast
17.06.1976   5. 1:22,0 2120 B H.-Bahrenfeld           400 DM K. Hörmann Orola – Pretty Lady – Madera
24.06.1976   5. 1:20,1 1649 B H.-Bahrenfeld           500 DM K. Hörmann Orola – Pretty Lady – Zimba
11.07.1976   8. 1:22,4 2080 B H.-Bahrenfeld - K. Hörmann Rio negro – Piruschka – Master Pit
15.07.1976   2. 1:23,2 2160 B H.-Bahrenfeld        1.100 DM K. Hörmann Lenius – Schwarze Arabeske – Flugmar
18.07.1976   5. 1:22,9 2100 B H.-Bahrenfeld           300 DM K. Hörmann Lenius – Flit – Sevis
25.07.1976   2. 1:23,5 2080 B H.-Bahrenfeld        1.400 DM K. Hörmann Rio negro – Schwarze Arabeske – Allererster
29.08.1976   9. 1:23,2 2020 B H.-Bahrenfeld - K. Hörmann Oberst Aconto – Intendant II – Marquis
02.09.1976   9. 1:25,0 2200 B H.-Bahrenfeld - K. Hörmann Gnoffo – Lenius – Mauritz
19.09.1976   7. 1:24,0 2180 B H.-Bahrenfeld - K. Hörmann Oberst Aconto – Sphinerkern – Master Pit
03.10.1976   6. 1:24,7 2100 B H.-Bahrenfeld - K. Hörmann Stern – Prinz – Trivin
Karriere:   1:20,1 1640 B H.-Farmsen    101.500 DM  

Erfolge in der Zucht

Schwarze Arabeske ist Mutter von 14 lebenden Nachkommen

1978: Schwarze Saga (S. v. Keystone Hilliard)

- Mutter von Enorm 1:14,2 - 140.784 Euro

1979: Schwarzer Steward (W. v. Keystone Steward) 9j. 1:15,5 - 133.818 Euro

- Sieger Deutschland-Pokal 1985

1981: Eastern Airlines (S. v. Master Lobell)

1982: Viva Speed (S. v. Missile Speed) 4j. 1:21,8 - 6.545 Euro

1983: Goldstaub (W. v. Missile Speed) 7j. 1:17,5 - 21.346 Euro

1984: Haniwa (S. v. Corner) 3j. 1:17,1 - 81.700 Euro

- Sieger Bayerischer Jugend-Preis 1986

1985: Irisante (S. v. Keystone Voyager) 4j. 1:14,7 - 268.749 Euro

- Sieger Jugend-Preis 1987

- Sieger A+M-Pokal 1989

1986: Just Now (H. v. Keystone Voyager) 4j. 1:16,8 - 11.300 Euro

1987: Krönung (S. v. Spice Island) 4j. 1:18,8 - 8.999 Euro

- Mutter von Vamos 1:10,0 - 2.079.364 Dkr

1988: Lilli Marlen (S. v. Spice Island) 3j. 1:15,9 - 33.975 Euro

Mutter des Zuchtrennensiegers Que Paso 1:13,1 - 80.352 Euro

1989: Maritza (S. v. Diamond Way)

1990: Narabesco (H. v. Niton) 5j. 1:17,7 - 14.827 Euro

1992: Pik König (H. v. Niton) 7j. 1:12,1 - 890.383 Euro

- Sieger Rheinischer Zukunfts-Preis 1994

- Sieger Bayerischer Jugend-Preis 1994

- Sieger Gold-Pokal 1994

- Sieger Gran Criterium (IT) 1994

- Sieger Trophäe der Dreijährigen 1995

- Sieger Deutsches Traber-Derby 1995

- Sieger Bayern-Pokal 1995

- Sieger Deutsches Traber St.Leger 1995

- Sieger Gran Premio Tino Triossi (IT) 1996

1993: Quarzino (W. v. Niton) 4j. 1:16,0 - 15.309 Euro