Personen
Die Hall of Fame des deutschen Trabrennsports
Die Hall of Fame des deutschen Trabrennsports vereint jene, die unserem Sport ein bleibendes Erbe geschenkt haben: herausragende Persönlichkeiten und außergewöhnliche Pferde. Hier werden Menschen geehrt, deren Wirken, Kompetenz und Hingabe den Trabrennsport geprägt und getragen haben — oft über Jahrzehnte. Ebenso finden Pferde ihren Platz, deren Kraft, Charakter und sportliche Größe unvergessen bleiben. Gemeinsam bilden sie das Herzstück unserer Passion mit der Basis für eine erstrebenswerte Zukunft: die großen Namen, die unvergesslichen Momente der Zucht und die großen Geschichten des Trabrennsports.
Bruno Cassirer
Zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des deutschen Trabrennsports der Vorkriegszeit, Mäzen, Züchter und Besitzer, zählte Bruno Cassirer. Als 1913 der noch junge Trabrennverein Berlin-Mariendorf vor der Pleite stand und am Schluss des Jahres 150.000 Mark Pacht an die Gemeinde schuldig blieb, war es Bruno Cassirer, der die Anteilseigner des Vereins auszahlte, einen neuen Trabrennverein gründete und zum „Chef-Dirigenten“ des gesamten deutschen Trabrennsports wurde.
Johannes Frömming
Johannes Frömming oder „Hänschen“, wie der große Kleine meistens gerufen wurde, ist der wohl bekannteste deutsche Trabrennfahrer. Seine Popularität war im wahrsten Sinn des Wortes grenzenlos. Ob in Deutschland, Italien, Frankreich, Österreich, Skandinavien oder Amerika, Hans Frömming hat mehr als alle anderen deutschen Trabrennfahrer die bedeutendsten Trabrenn der Welt gewonnen.
Walter Heitmann
Walter Heitmann stammt aus einer Familie, die zu den Pionieren des Trabersports in Deutschland zählt. Sein Vater Hinrich Heitmann stand 1889 und 1896 an der Spitze der erfolgreichsten Trabrennfahrer in Deutschland und führte 1900 den Hengst Young Axtell zum Derbysieg. 1889 gründete Hinrich Heitmann das Gestüt Altengamme.
Arthur Brümmer
Wer Arthur Brümmer war, was er in langen Jahrzehnten geschaffen hat, wie er trotz seines hohen Alters sich immer wieder aktiv einschaltete, wie er noch mit 80 Jahren und mehr an keiner Vorstandssitzung des Altonaer Renn-Clubs fehlte, das braucht man keinem zu erzählen, der um die Dinge des Hamburger, aber auch des deutschen Trabrennsports weiß.
Eddy Freundt
Eddy Freundt wurde es schon in der Wiege gesungen, dass er Trabertrainer werden würde. Sein Urgroßvater hatte in Berlin-Weißensee Trabrennen gefahren, Großvater Willy Freundt, Vater Albert Freundt und Onkel Adolf Freundt sind ebenfalls Lizenzträger gewesen. Geboren in Hamburg, siedelte Eddy Freundt mit sieben Jahren nach Berlin, wo er 1943 (mit 14 Jahren) bei seinem Vater eine Lehre begann.
Wilhelm Geldbach
Wilhelm Geldbach kann mit Fug und Recht als einer der größten Mäzene des deutschen Trabersports angesehen werden. Durch seinen unternehmerischen Mut, persönlichen Einsatz und gezielte Investitionen verschiedenster Art hat er die Entwicklung des deutschen Trabersports außergewöhnlich beeinflusst.
Theodor Frahm
Als Theodor Frahm 1921 einen kleinen Hof in Kollmoor bei Itzehoe als weichender Erbe aufgeben musste, um in Bünzen einen neuen Betrieb zu erwerben, mag er selbst nicht geahnt haben, dass er einst der führende Traberzüchter Deutschlands werden würde. Aus kleinen Anfängen heraus errichtete er in der Folge das Gestüt Helenenhof, das zwischen 1949 und 1972 14 Mal an der Spitze der erfolgreichsten Traberzuchtstätten Deutschlands stand. Eine Leistung, die von keinem anderen Traberzüchter in Deutschland erreicht ist.
Hinrich Heitmann
Mit Hermann Heitmann in Altengamme bei Hamburg beginnt die Geschichte des Hamburger und norddeutschen Trabersports. Er steht als Sieger des ersten Trabrennens 1875 in Jüthorn verzeichnet. Bei einer Schlittenfahrt über die zugefrorene Elbe brach er in das Eis ein und kam frühzeitig ums Leben. Erst anderthalb Jahre später wurde seine noch völlig erhaltene Leiche aus dem Hamburger Hafen geborgen.
Marion Jauß
Die Geschichte des deutschen Trabrennsports wäre ohne das Engagement von Marion Jauß sehr viel ärmer. Ob als Amateur im Sulky, als Besitzer oder Züchter, Marion Jauß war oder ist über Jahrzehnte in allen Sparten des Trabersports erfolgreich gewesen wie keine Person weiblichen Geschlechts jemals zuvor.
Johnny Mills
„Wir alle, meine Brüder und ich, hatten von Jugend an Umgang mit Pferden. Mir aber sprach man immer das Talent zum Trabrennfahrer ab. Meinen ganzen Ehrgeiz setzte ich daran zu beweisen, dass auch ich nicht aus der Art geschlagen bin.“ So berichtete Johnny Mills später einmal in froh gestimmter Gesellschaft über den Beginn seiner Laufbahn als Trabertrainer.
Rolf Dautzenberg
Einer der herausragenden Charaktere der deutschen Sulkyfahrer nach dem Zweiten Weltkrieg war zweifelsohne Rolf Dautzenberg. Schon während seiner Ausbildung zum Elektriker zog es den geborenen Mönchengladbacher immer wieder auf die Trabrennbahn an der Niersbrücke. Zunächst putzte er lediglich die Pferde im Stall Bandemer und baute somit Vertrauen zu den Tieren auf, bis er am 1. April 1964 in die Lehre bei Horst Bandemer eintrat.
Günter Herz
Als Günter Herz 1965, mit 25 Jahren, das Erbe seines Vaters Max Herz antrat, übernahm er auch die trabersportliche Vision, das Gestüt Lasbek zu einer führenden Zuchtstätte Deutschlands auszubauen. Den Grundstein hierfür hatte 1964 Max Herz mit Aufsehen erregenden Importen aus Amerika gelegt.
Kurt Bading
Kaum jemand heutzutage weiß, wer Kurt Bading war. Dabei hat dieser Mann 1945, nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reichs, die ersten deutschen Trabrennen nach dem 2. Weltkrieg organisiert und hunderten von Pferden das Leben gerettet. Weit bevor in anderen Teilen des zerstörten Deutschlands überhaupt an eine Wiederaufnahme von Pferderennen auch nur nachgedacht werden konnte.
Harald Japke
Mehr als 930 Sulky- und über 1.200 Trainer-Siege stehen für Harald Japke zu Buche, der sich nach dem Mauerbau 1961 als erfolgreichster Privattrainer des DDR-Trabersports gegen manche Schikane der DDR-Bürokraten behaupten musste. Mit Danilo, Rinaldo und Juvadus triumphierte er des Öfteren in hochkarätigen DDR-Zuchtrennen, was damals ein Politikum darstellte.
Manfred Schulz
Manfred Schulz war der erfolgreichste Amateurfahrer des Trabrennsports der DDR. 25 Mal zwischen 1961 und 1989 gewann er den Titel eines Amateur-Champion, von 1974 bis 1989 sogar in Serie. Mit Stolz blickt Manfred Schulz auf 800 Sulkysiege in Karlshorst, Mariendorf und Prag zurück.
Erich Speckmann
Erich Speckmanns Karriere liest sich wie ein Märchenbuch.
Mit 17 Jahren tauschte er den Reitsattel mit der Fahrleine und war fortan einer der erfolgreichsten Trabrennfahrer auf ländlichen Rennbahnen. 1933, mit 26 Jahren, errang Erich Speckmann sein erstes Amateur-Championat, dem zwei weitere 1936 und 1937 folgten.
Peter Kwiet
Peter Kwiet begann seine Karriere im Trabrennsport bereits als 14jähriger. Sein Ausbilder war Fritz Perk. Ein Jahr später feierte er am letzten Renntag der Trabrennbahn Berlin-Ruhleben seinen ersten Sulkyerfolg mit der Stute Plurette. Mittlerweile stehen für den gebürtigen Berliner 4.360 Fahrersiege und 5.745 Trainererfolge zu Buche. 12 Mal gewann Peter Kwiet das Berliner Bahnchampionat.
Helmut Biendl
Der gebürtige Straubinger Helmut Biendl startete seine Karriere im Trabrennsport 1966 zunächst als Amateur. Bereits 1968 war Helmut Biendl mit 27 Jahressiegen Vize-Champion im Nachwuchsfahrerbereich. Es folgte ein mehrmonatiger Auslandsaufenthalt bei Johannes Frömming in Mailand und bei Jean-Rene Gougeon in Paris. 1973 machte sich Helmut Biendl selbständig.
Henning Rathjen
Sein Weg in den Trabrennsport begann früh: 1968 errang Henning Rathjen als Lehrlingsfahrer seinen ersten Sieg – mit der familieneigenen Stute „Kreste“. Nach abgeschlossener landwirtschaftlicher Ausbildung folgte die Lehre zum Trabertrainer bei Berni Burgheim in Hamburg-Bahrenfeld. Seit 1971 war Henning hauptberuflich als Trabertrainer tätig.